Hadaikum (vor 4.600-4.000 MioJ)

Erdaufgang im Orbit um den Mond (Apollo 8)
Erdaufgang im Orbit um den Mond (Apollo 8)

Die Geschichte des „Blauen Planeten“ beginnt in einer Zeit jenseits unserer Vorstellungskraft in der Unendlichkeit des Weltalls. Nach der gängigen wissenschaftliche Theorie vom „Urknall“ war eine Explosion im Weltall der Ursprung des Universums, das wir heute kennen. Wissenschaftler hatten herausgefunden, dass sich die Galaxien voneinander entfernten und daraus geschlossen, dass sich das Universum ausdehnt. Sie rechneten über Milliarden Jahre zurück und kamen zu dem Ergebnis, dass das ganze Universum vor ungefähr 15 Milliarden Jahren unvorstellbar kompakt, dicht und heiß gewesen muss. Dann explodierte es, Materie wurde in alle Richtungen geschleudert, und auf einmal war das Universum doppelt so groß. Eine Milliarde Jahre später entstanden Galaxien und Sterne, unter ihnen die Milchstraße.

Hadaikum (vor 4.600-3.800 Millionen Jahren)

Vor knapp 4.600 Millionen Jahren entstand in einem Spiralarm der Milchstraße unser Sonnensystem. Zunächst war die Sonne da und um sie herum Gase, Staub und riesige Mengen von Gesteinsbrocken, die immer wieder miteinander kollidierten und sich vereinigten. Über Millionen von Jahren entstanden so die neun Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto, ihre Monde und die Asterioden (Asteriodengürtel zwischen Mars und Neptun).

Wissenschaftler schätzen das Alter unserer Erde auf 4.550 Millionen Jahre. In diesem frühen Stadium sprechen sie auch von der „Proto-Erde“, also der Vor-Erde, denn noch war sie nicht so, wie wir sie kennen, und noch fehlte unser Mond. Nach Untersuchung der Gesteinsproben vom Mond setzen die Wissenschaftler sein Alter auf 4.500 Millionen Jahre an. Eine gängige Theorie besagt, dass damals ein anderer Himmelskörper namens Theia, ungefähr so groß wie der Mars, auf die Erde zu gerast und mit unvorstellbaren Wucht auf sie eingeschlagen war. Dabei wurden gewaltige Gesteinsmengen abgespalten, aus denen allmählich unser Mond entstand. Die (Proto-)Erde war durch den Einschlag in ihren Grundfesten erschüttert, die Temperatur schnellte auf 5.000° C hoch und auch festes Gestein wurde wieder eingeschmolzen.

Unser „Blauer Planet“ war also in den ersten Millionen Jahren seines Bestehens ein riesiger „Feuerball“; Durch die Weltraumkälte kühlte er allmählich ab; Schwermetalle wie Eisen und Nickel sanken in den Erdkern, leichteren stiegen auf und an einigen Stellen bildete sich eine Kruste aus festem Gestein. Darunter blieb eine Schicht aus schmelzflüssigem Gestein, der Erdmantel. Ständig schlugen Meteoriten auf der glutheißen Erde ein und brachten neue chemische Elemente mit. Ungeheure Kräfte wirkten aus dem Erdinneren, so wurde die Erdkruste über Millionen von Jahren immer wieder gefaltet und ungleichmäßig zerbrochen

Das Hadaikum umfasst den Zeitraum von der Entstehung der Erde bis zu den ältesten erhaltenen Gesteinen. Weite Regionen der Erde waren vulkanisch aktiv. Bei Vulkanausbrüchen stiegen Wasserdampf und verschiedene Gase auf; es entstand eine Uratmosphäre aus Wasserdampf, Kohlendioxid, Stickstoff, Methan und Ammoniak. Für die meisten uns bekannten Lebewesen war dies eine lebensfeindliche Welt: kein Sauerstoff, keine Luft zu atmen, kein Ozon, dass vor den ultravioletten Strahlen der Sonne schützte.

Über Millionen von Jahren kühlte die Erde ab. Schließlich war die Temperatur auf unter 100 ° C gesunken, und aus dem Wasserdampf wurde Wasser. Vor etwa 4.200 Millionen Jahren fiel sintflutartiger Regen, vor etwa 4.000 Millionen Jahren entstanden die Urozeane. Mit dem sintflutartigen Regen begann ein geologischer Prozess: Heftige Niederschläge, Wind und Wetter ließen feste Gesteine erodieren; d.h. sie wurde zerbröselt und vom Wasser weggespült, mitgenommen und an anderer Stelle abgelagert (sedimentiert). So entstanden wieder neue Steinablagerungen, und über Millionen von Jahren, neues Land.

 

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