Proterozoikum

Proterozoikum, das Leben beginnt im Meer
Proterozoikum:

[Vor 2.500-543 MioJ]. Dieser Abschitt der Erdgeschichte ist der mit Abstand längste. Das Leben schafft den Durchbruch im Meer.

Urkontinente

Zu Beginn des Proterozoikums waren 50-70% der heutigen Kontinentalkruste vorhanden. Die Erdkruste war in eine Anzahl von tektonischen Platten zerbrochen, und diese sind seit jeher in Bewegung, wenn auch nur wenige Zentimeter im Jahr. Dieses Phänomen heißt Kontinentalverschiebung. Über Millionen von Jahren verschmolzen weitere Landmassen, kollidierten, formten Superkontinete und brachen wieder auseinander. Gegen Ende des Proterozoikum bestehen Ur-Kontinente: Gondwana (Antarktis, Afrika, Südamerika, Indien, Australien), Baltica (Nordeuropa), Sibiria und Laurentia (Nordamerika).

Sauerstoff in der Atmosphäre

Ganz allmählich, über Millionen von Jahren, stieg der Sauerstoffgehalt der Meere, und schließlich gelangte freier Sauerstoff in der Atmosphäre. Offenbar war nicht mehr genug Eisen und Schwefel im Meer, um den durch Fotosynthese der Cyanobakterien entstandenen Sauerstoff sofort chemisch zu binden. Auf dem Festland reagierte eisenhaltiges Gestein mit dem Sauerstoff in der Atmosphäre und färbte sich rostrot, vor ungefähr 2.000 Millionen Jahren entstanden Rotsedimente.

An ein Leben in unserem Sinn war aber noch lange nicht zu denken. Nun breiteten sich auf der ganzen Erde Stromatholiten aus und bedeckten weite Teile der damaligen Welt. Auch heute findet man sie noch als „lebende Fossilien“, z.B. in der Shark Bay in Australien und im Cortez-See in Mexiko.

Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre stieg vor ca. 2.300-2.200 Millionen Jahren rapide an, erstmals gab es einen geringen Gehalt freien Sauerstoffs in der Atmosphäre. Die Ozonschicht bildete sich.

Vor ungefähr 2.100 Millionen Jahren gab es im Meer die ersten Organismen mit einem echten Zellkern (Eukaryoten). Mit Ausnahme der Bakterien sind alle Organismen Eukaryoten, also auch wir.

Die ersten Vielzeller

Vor 1.500 Millionen Jahren tauchten die ersten mehrzelligen Tiere auf. Man nennt man das Proterozoikum auch Kryptozoikum, der Zeitraum des „verborgenen Lebens“. Wir wissen, dass es schon damals einfache, winzige Lebensformen gegeben hat, doch es ist schwierig herauszufinden, wer sie waren und wie sie lebten. Wir lernen über urzeitliche Tiere, indem wir Fossilien untersuchen. Diese Lebewesen hatten jedoch noch keine feste, schützende Schale, die uns hätte erhalten bleiben können.

Schneeball-Erde (vor 850 – 635 MioJ)

Am Ende des Proterozoikums erstarrte die Erde in den vermutlich stärksten Eiszeiten ihrer Geschichte. Das war die Zeit der „Schnellball Erde“, und bis heute gibt es keine eindeutige Erklärung, wie es dazu kam. Am Ende des Proterozoikums treffen wir auf die ersten Tiere, die uns ihre Spuren hinterlassen haben. Weiter geht es unter Erste Lebenwesen.

Ediacara-Fauna

Heute wissen wir, dass das Leben schon am Ende des Proterozoikums in den Meeren seinen Durchbruch schaffte. Mit den Tierchen der Ediacara Fauna treffen wir die ersten Lebewesen, die ihre Spuren auf der Erde hinterlassen haben, genau gesagt Abdrücke in Schelfsedimenten. Die für uns heute fremdartigen Weichtiere hatten noch keine Hartteile wie Skelette oder Panzer, die als Fossilien hätten erhalten bleiben können. Sie wurden nach dem ältesten und immer noch berühmtesten Fundort benannt, den Ediacara-Hügeln nördlich von Adalaide im Süden Australiens.

Die altes Vorstellung, dass das Leben erst im Kambrium durch Durchbruch geschafft hat, stimmte nicht mehr. Ihr systematische Zuordnung ist unter Wissenschaftlern umstritten – waren sie sehr „primitive“ vielzellige Tiere (Metazoa), die es nach ihnen nie mehr gegeben hat, oder hatten sie doch in der einen oder anderen Art Nachfahren im anschließenden Kambrium? Eins ist klar: Wer an der Schwelle zur belebten Natur auf der Erde war, den umgibt ein Zauber, das Wort primitiv ist nicht angebracht.

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