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Tertiär

Tertiaer, Paläogen und Neogen (vor 65-1,8 Millionen Jahren)

Die Erde nahm langsam die Form an, die wir heute kennen. Vor 55 Millionen Jahren kollidierte Indien mit Asien, dabei entstand das gewaltigste Gebirge der Erde - der Himalaya. Amerika driftete weiter nach Westen und Grönland trennte sich von Skandinavien, dabei entstand Island. Die Iberische Halbinsel und Italien trafen auf Europa, bei der Kollision mit Südfrankreich wurden die Pyrenäen aufgefaltet. 

Zu Beginn des Paläogens (vor 65-54,8 Mio. Jahren) war das Klima weltweit heiß und feucht; Urwälder bedeckten die Erde. Winzige Säugetiere, kleine Insektenfresser, verloren sich in den riesigen Sumpf- und Regenwäldern. Im Eozän (vor 54,8-33,7 Mio. Jahren), einer sehr warmen Zeit, erschienen erste Primaten, dann erste Pferde, winzig klein wie Hyracotherium, das Urpferdchen. Dann kamen erste Affen; auch tauchten große, furchterregende Laufvögel wie Diatryma auf. Am Ende des Eozäns gab es zahlreiche große Vierbeiner wie Andrewsarchus, unter ihnen die Urahnen unserer heutigen Tiere, aber auch fremdartig anmutende Tiere wie Arsinotherium..

Im Oligozän (vor 33.7-23,8 Mio. Jahren) vereiste die Antarktis wieder, der Meeresspiegel sank und es wurde deutlich kühler und trockener. Die riesigen Urwälder verschwanden, dafür breitete sich Grasland aus .. und mit ihm die Gras futternden Tiere, unter ihnen Bronthotherium, das gewaltige "Donnertier" aus den Badlands, dem Gebiet der Sioux-Indianer.  Auch erste Menschenaffen erschienen im Oligozän.  Im Oligozän und Miozän entstand mein Zuhause, das Siebengebirge im Rheinland; vor 25 Millionen Jahren das Hochland von Tibet. 

Mit dem Miozän (vor 23,8-5,3 Millionen Jahren) beginnt das Neogen (Jungtertiär). Es entstanden die Karpaten und der Kaukasus, das heutige Mittelmeer und Zentralamerika als Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika. Von der Antarktis und den nördlichen Polargebieten einmal abgesehen, war das Klima immer noch warm. Das dichte Grasland breitete sich immer mehr aus und bedeckte während des Miozäns und des Pliozäns (vor 5,3-1,8 Mio. fast die ganze Erde, in Afrika entstanden ausgedehnte Savannenlandschaften.  

Bei vielen Tieren aus dem Neogen sieht man die Verwandtschaft zu heutigen Tieren, so bei den Pferden, Kamelen, Elefanten wie Gompotherium und Hirschen wie Syndyoceras. Auch die Großkatzen sehen heutigen Raubkatzen ähnlich, nur, dass die Säbelzähne verloren gegangen sind.  Die letzten Kapitel der Erdgeschichte sind zugleich die ersten in der Geschichte der Menschen: Am Ende des Miozäns tauchte der erste Hominide auf. Dann, im Pliozän, der Homo habilis und der Homo erectus.